Dein treuer Hund...
Wenn alle Dich meiden und hassen, ob mit oder ohne Grund,
wird einer Dich niemals verlassen und das ist Dein treuer Hund.
Und würdest Du ihn sogar schlagen, ganz herzlos und ohne Verstand,
er wird es geduldig ertragen und leckt Dir dafür noch die Hand.
Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für Dich immer parat!
Er beweist es Dir täglich aufs neue, wie unsagbar gern er Dich hat.
Nennst Du Deinen Hund Dein eigen, wirst Du nie verlassen sein,
und solltest Du vor Einsamkeit schweigen, denn Du bist doch niemals allein.
Wird einst der Tod Dir erscheinen und schlägt Dir die letzte Stund,
wird einer bestimmt um Dich weinen und das ist Dein treuer Hund.
Drum schäm Dich nicht Deiner Tränen wenn einmal Dein Hund von Dir geht!
Nur er ist, das will ich erwähnen, ein Wesen, das stets zu Dir steht.
Aufschrei der Tränenlosen
Hund mit abgeschnittenen Ohren,
einmal wurd' ich nur geboren,
wollte Freund, Gefährte sein,
warum lässt Du mich allein,
angebunden, blutend, kalt,
tief im dunklen Tannenwald?
Pferd mit aufgeschlitztem Leibe,
steh' verletzt ich auf der Weide,
wollte nutzen, wollte leben,
Dir und anderen Freude geben.
So verlorst Du Dein Gesicht,
Dein Gewissen sei Gericht
für all' meine Not und Pein.
Partner Mensch?
Ich sage: N E I N !
Geschundenes Rind auf Viehtransport,
stehend bis zum fernsten Ort,
Leib an Leib, erschöpft, kein Heu,
gebrochene Beine, keine Streu,
nirgends eine Tier-Raststätte,
wenn ich doch nur Wasser hätte!
Wie kannst so unbeseelt Du sein,
Partner Mensch?
Ich sage: N E I N !
Und wir, geplagtes Federvieh,
in der Legebatterie,
nirgends Gras und Sonnenschein
und kein Platz fürs zweite Bein.
Auch wir Tiere im Labor
stimmen ein in diesen Chor.
Wie unbarmherzig kannst Du sein.
Partner
Ich sage: N E I N!
Ein Beutel Miezekatzen
zwischen Hausmüll und Matratzen,
halb erstickt und tief verborgen
wollte man uns so entsorgen?
Sind denn alle inhuman,
nimmt sich keiner unsrer an?
Hört uns niemand ängstlich schrein?
Partner Mensch?
Ich sage: N E I N !
Eng ist es in dem Riesenraum,
stehen, gehen kann ich kaum,
bin noch klein und viel zu dick:
Ferkel in der Mastfabrik.
Zwar leb' ich ohnehin nicht lange,
jedoch ist mir ganz furchtbar bange
vor Viren und Elektrozange.
Millionen kleiner Ferkel schrein:
Partner Mensch?
Ich sage: N E I N !
Versetze Dich in unsere Lage,
diese Schmerzen, diese Plage,
alles für Gewinn und Geld.
Gilt dieses nur auf unsrer Welt?
Ob bei einem Tausch der Rollen
wir Euch wirklich retten sollen?
Mensch, lass diesen Rat Dir geben:
Übe Ehrfurcht vor dem Leben!
Du bist verloren, wenn wir schrein:
N E I N, N E I N, N E I N!
Käte Fritzsche
(Rostock, 31. Januar 1998)
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Wie könnt ihr ein Tier die Kehle aufschneiden,
wenn es noch lebt.
Wie könnt ihr die Schlachtung vollziehen,
wenn es noch lebt.
Wie könnt ihr das Fell abziehen,
wenn es noch lebt.
Wie könnt ihr es verbrennen,
wenn es noch lebt.
Wie könnt ihr Speere rein bohren,
wenn es noch lebt.
Wie könnt ihr es hunderte von Kilometer transportieren,
wenn es noch lebt.
Wie könnt ihr es mit Säure übergießen,
wenn es noch lebt.
Wer gibt euch dieses Recht.. nur weil ihr euch Menschen nennt?
Nein, dann möchte ich nicht zu dieser Gattung gehören!
Tränen über Tränen, habt doch Mitleid mit unseren Mitgeschöpfen.
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